Wie gehe ich mit der Pubertät sinnvoll um?

Die Türen knallen und der Hass auf die Eltern ist angeblich groß, weil sie einfach nicht verstehen wollen. Jedes Elternteil kennt die Tücken der schwierigsten Erziehungsphase, nach den ersten Lebensmonaten des Nachwuchses: der Pubertät. Doch wie meistert man diese?

Die Frage der Erziehung fängt nicht selten bereits vor der Geburt an und ebenso oft denken wir uns nach den ersten, holprigen Monaten, dass wir jetzt eigentlich das Schlimmste überstanden haben. Doch die eindeutig schwierigste Phase erwartet uns, wenn der Spross in die Pubertät kommt.

Aufmüpfigkeiten, der Wunsch selbstständig zu sein und die dennoch fehlende Reife, um wirklich wichtige Entscheidungen alleine treffen zu können: welches Elternteil kennt diese Phase nicht? Die Zeit, in der das Kind sich langsam aber sicher in den Erwachsenen verwandelt, der in ihm schlummert. So schön die Zeit vorher war, und sie danach wieder sein wird, so ist die Pubertät sehr oft für alle Beteiligten eine unglaubliche Belastung. Wie geht man also am besten mit dieser um? Und wie übersteht man sie so harmonisch wie möglich?

Gut gemeinte Ratschläge für die Pubertät

Experten versprechen in zahlreichen Dokumentationen und Büchern unzählige Tipps für den richtigen Umgang mit dem pubertierenden Spross. Und ebenso wollen auch Freunde und Verwandte immer wieder mit ihrem „guten Rat“ punkten. Fakt ist allerdings, dass nicht jeder Ratschlag in jeder Situation anwendbar ist. Denn wie jeder Mensch und wie jede Familie, ist auch jeder Pubertätsverlauf unterschiedlich.

Erst einmal sollte man sich also genau ansehen, was gerade „falsch läuft“. Überlegen Sie dann gemeinsam, wie sie möglichst viele Probleme umschiffen können. Denn im Grunde möchte Ihr Kind nur eines: ernst genommen werden. Natürlich ist das zeitweise etwas schwierig, da die Entscheidungen des Sprosses nicht immer nachvollziehbar, und seine Wünsche oft noch durch eine kindliche Naivität geprägt sind. Niemand verlangt also, dass Sie Ihren Spross bei einer unsinnigen oder gar wenig empfehlenswerten Entscheidung unterstützen.

Zeigen Sie jedoch Respekt und Verständnis für die Situation Ihres Kindes: auch wenn sie den Wunsch unter der Woche auf das Rockkonzert in der anderen Stadt zu gehen, die traumatische Trennung vom Freund, den Streit mit der besten Freundin oder den Traum Model zu werden nicht ganz nachvollziehen können. Versuchen Sie wenigstens sich in Ihr Kind hineinzuversetzen, zeigen Sie ihm, dass sie es verstehen wollen und suchen sie gemeinsam nach einer Lösung oder Alternative.

Natürlich sind aber auch hier Grenzen und Machtwörter ein Muss. Nicht nur, weil sie eh in jeder Phase der Erziehung notwendig sind, sondern weil sie Ihren Spross gerade in dieser entscheidenden Phase des Erwachsenwerdens unglaublich prägen. Trotz allem muss Ihr Kind lernen, dass nicht alles umsetzbar ist und man auch nicht alles haben kann. Stress und auch sinnvolle Strafen lassen sich also, gerade in der Pubertät, nicht immer vermeiden.


In der Ruhe liegt die Kraft: So übersteht man die Pubertät

Sehen Sie die Pubertät so gelassen wie möglich, auch wenn es in Anbetracht der einzelnen Situationen nicht immer leicht ist. Die Hormone spielen bei ihrem Spross komplett verrückt, winzig kleine – und vielleicht unwichtige - Dinge sind in den Augen des heranreifenden Überlebenswichtig und Trotzreaktionen und Streit gehören nicht selten zur Tagesordnung. Mit dieser Phase stehen Sie jedoch nicht alleine da. Da mussten wir alle durch.

Versuchen Sie sich einfach zu sagen, dass es die Hormone sind, die aus Ihrem Schatz sprechen, wenn es mal wieder besonders „bunt“ hergeht. Und selbst die Phase der Pubertät geht irgendwann vorbei und sie werden sehr wahrscheinlich gemeinsam darüber lachen können. So unwahrscheinlich es auch manchmal erscheinen mag.

Schlagworte: Erwachsenwerden, Erziehung, Hormone, Pubertät, Reife

Thema: Kinderpflege

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